Das „Junge Kammerorchester“ der Musikschulen Markdorf und Uhldingen gibt am Sonntag, 8. Oktober, um 11 Uhr ein Konzert im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Die Leitung hat Johannes Eckmann.

Bei diesem Konzert greift Eckmann erstmals auf die Unterstützung von „Ehemaligen“ – vor allem Geigerinnen und Geigern – zurück. Die langjährige Arbeit mit dem Orchester hat verschiedene „Generationen“ hervorgebracht, die einander überlappen oder gerade so berühren. Viele der Ehemaligen studieren noch und sind in ihren Uniorchestern aktiv oder studieren Musik.

Im Programm finden sich ausschließlich „Erstlinge“ wieder, die in eine Tradition eingebunden sind und gleichzeitig eine neue begründen.

Am sinnfälligsten erkennbar ist das an Beethovens 1. Sinfonie, die in ihrer Meisterschaft unbestritten, aber eben auch nur denkbar aus der intensiven Auseinandersetzung mit seinen großen Mentoren Haydn und Mozart ist. Dabei ist sie gleichzeitig der Grundstein von Beethovens sinfonischem Lebenswerk, das für die nachfolgenden Musikergenerationen des 19. Jahrhunderts Maßstäbe gesetzt hat.

Edward Griegs Suite für Streicher „Aus Holbergs Zeit“ schlägt ebenfalls einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Der Rückbezug auf die barocke Suite hindert Grieg nicht im Mindesten daran, eine Musik zu erfinden, die vollkommen erfüllt ist von seinem ganz und gar authentischen romantischen Personalstil. Im Gegenteil, die Verwendung alter Tanzsatz-Formen hat ihn regelrecht beflügelt. Damit ist Grieg einer der ersten, der eine Streicher-Suite im bewussten Rückbezug auf die Barockzeit geschrieben hat.

Auch Jacques Offenbach hat etwas Neues geschaffen: Die „Opera comique“, die im Deutschen häufig als „Operette“ verkauft wird, dabei aber auch die französische Antwort auf die ältere italienische „Opera buffa“ darstellt. Mit seiner unwiderstehlich charmanten und mitreißenden Musik hat Offenbach hier ein in seiner Art ganz neues Genre begründet, das sich bis heute mühelos auf den Opernbühnen der Welt behauptet.

Die „Pavane“ von Gabriel Fauré stellt ein höchst faszinierendes Stück Orchestermusik am Übergang zum Impressionismus dar, und auch dieses Werk ist ein „Erstling“ mit Rückbezug auf Vergangenes. Nach Faurés Vorbild schrieben in der Folge auch andere Komponisten Werke, die auf Renaissance-Tänze zurückgriffen. Berühmt wurde unter anderem Ravels „Pavane pour une infante defunte“ , das – unter Hinzufügung der Harfe – die identische Orchesterbesetzung verwendet, oder Respighis „Antiche Danze“.

Kartenbestellung zum Preis von 14/7 Euro bei Margaret Briody unter Telefon 0 75 45/94 19 80 und per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie bei den Musikschulen Markdorf (Telefon 0 75 44/7 21 11) und Uhldingen-Mühlhofen (0 75 56/7 17 24). Nur vorbestellte und gekaufte Karten erhalten einen fest nummerierten Sitzplatz. Für an der Tageskasse am Tag des Konzerts gekaufte Karten herrscht freie Platzwahl.

Quelle: https://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Kammerorchester-spielt-Erstlinge;art372474,9436604